Alternativen zur Kapitulation

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Danach ist Davor.
Neue Adresse. Same Blog

3Toastbrot - neue Adresse


Irgendwann kommt dann doch die Notwendigkeit, sich von Vertrautem zu lösen. Zum Beispiel diesem Blog. Als ich vor ziemlich genau fünf Jahren das Bedürfnis verspürte, mich gerne regelmäßig im www äußern zu können, ohne dafür jedesmal html programmieren zu müssen, schien dieser Bloganbieter eine durchaus sinnvolle Alternative dazu. Was ich damals noch nicht ahnen konnte: Dass ich damals schon etwa fünfzehn Jahre zu alt für diese Form war. Too much Knuddelkontent, zu wenig Möglichkeiten, bestimmte Funktionen komfortabel ausführen zu können.

Deshalb der, wiederrum eher spontane, Entschluss, etwas zu verändern. Nicht zwingend inhaltlich (wobei schon die Hoffnung ist, dass die Form den Inhalt motivieren könnte), wohl aber die Adresse. Deshalb ist 3Toastbrot jetzt bei wordpress. Technische Details gibt es kaum welche außer der anderen Adresse, außer der Ansage, dass möglicherweise einige Funktionen oder optische Spielerein noch angepaßt werden. Wichtig war erstmal: Am 1. Dezember ein Wechsel. Überstürzt, aber mit den besten Absichten. Würde mich freuen, wenn ansonsten alles beim Alten bleibt. Also beim lesen und kommentieren.
1.12.08 10:16


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Vor ist danach.


So, bevor es losgeht, darauf freue ich mich, auch endlich das zu lesen, ich hoffe, dass Benjamin Button diesem eher mauen Kinojahr noch ein letztes Highlight abtrotzen kann, in Gedanken gehe ich schon die Toplisten des Jahres durch, verweise auf die TV-Tipps und bin gespannt auf den heftigsten Wintereinbruch der letzten zehntausend Jahre.
20.11.08 18:14


Das Martinshorn geht zu oft im Internet.



Ich glaube, in meiner Stadt brennt es zur Zeit häufiger. Oder mehr Un- oder Überfälle. Jedenfalls geht das Martinshorn so etwa ... am Tag. Für mich heißt das konkret: Jedes Mal könnte wieder die Anna-Amalia-Bibliothek brennen. Spätestens seit diesem Septembertag vor vier Jahren bin ich darauf geprägt, vom Martinhorn auf das Schlimmste zu schließen.

Spätestens seit September vor sieben Jahren erwarte ich auch das Schlimmste. Das nächste riesengroße Ereignis zum Beispiel, welches die Weltgeschichte mindestens verändert, wenn nicht gar komplett, ein Ereignis, das zum Synonym für eine ganze Epoche wird und in dessen Verfilmung später Nicolas Cage alle zehn Hauptrollen spielt. Wie auch immer. Für so etwas sind EILMELDUNGEN gemacht. EILMELDUNGEN im Internet. Davor noch ein paar +++`s gesetzt und schon zittern die Pupillen in Richtung des erwarteten Ereignisses. Ereignis. Ich zitiere mal einen Text über Baudrillard: Das Ereignis gehört für Baudrillard der Ordnung der Diskontinuität und des Bruchs und des Bruchs an und produziert eine so große Unsicherheit. (hier gerne mehr)

Ich zitiere mal zwei der letzten Eilmeldungen von einer großen deutschen Nachrichtenseite: „Seehofer zum Parteivorsitzenden / Minsterpräsidenten gewählt.“ Und letztens erst die TopEILMELDUNG: „Rezession erreicht Deutschland.“

Das ist möglicherweise das Gegenteil einer „Ordnung der Diskontinuität“. Die EILMELDUNG als Gegenteil des Ereignis. Denn es ist ja nicht so, dass niemand mit Seehofers Wahl zum Parteivorsitzenden/Minsterpräsidenten gerechnet hätte, nachdem das circa zwei Wochen lang Topthema auf den bekannten Seiten war. Und die Rezession hat sich auch nicht leise von hinten an Deutschland angeschlichen und ist dann plötzlich mit einem lauten „Buh, hier bin ich“ in den Raum gesprungen.

Ich würde gern darauf verzichten, die Geschichte mit dem Mann, der vor den Wölfen warnt, obwohl es keine Wölfe gibt und als dann die Wölfe kommen, ihm keiner mehr glaubt und er bei lebendigem Leib zerfleischt wird, zu zitieren. Und würde gern anfangen, in Zukunft die ereignisfernsten EILMELDUNGEN hier an dieser Stelle zu dokumentieren.

Klickstrecken und EILMELDUNGEN – die fiesen Zwillinge der Internetinformationsangebote.
16.11.08 15:18


Der direkte Blick der weißgekleideten Psychopathen.



Einer meiner Standardantworten lautet: „Funny Games“. Meistens auf die Frage, welcher Film mir bisher am meisten Schrecken eingeflößt hat. Meistens füge ich dann noch hinzu: „Eier ausborgen“ und denke, da können in Saw 1- 26 noch soviele Köpfe abgetrennt werden, aber wenn Frank Giering die Eier fallen lässt, zucke ich besser zusammen.

Heute. Gestern. Oder vor elf Jahren. Da hab ich den Hanekefilm im Kino gesehen. Seitdem kein zweites Mal. Und allein aus der Erinnerung rekonstruiert, was Grauen bedeutet. Bis gestern. Da lag plötzlich die usamerikanische Version im DVD-Player, die ja 1x1 das Original wiederaufleben läßt. Nur Naomi Watts, Tim Roth etc. sind neu. Und auch dieses Gefühl, was ich bis dato nicht mit „Funny Games“ in Verbindung brachte. Oder besser: Kaum ein Gefühl. Auch kein Grauen. Die 100 Minuten rauschen vorbei, ich hake John Zorn zu Beginn ab und freue mich auf die FastRewindSzene und über jeden direkten Blick der weißgekleideten Psychopathen in die Kamera.

Danach fällt es mir schwer, die Gedanken zu ordnen. Woran lag es, dass ich das eigentlich erwartbare Gefühl nicht einmal ansatzweise reproduzieren konnte? Abstumpfung? Die in den vergangenen elf Jahre veränderten Rezeption? Der fehlende Überraschungsmoment? Oder ist die US-Version einfach weniger beklemmend, weil zum Beispiel Brady Corbet und Michael Pitt mehr auf Schaueffekte setzen als auf den Wiener Schmäh von Arno Frisch und Frank Giering, weil die Gewalt weitaus deutlicher inszeniert war und deshalb den konstruierten Anspruch des Originals vermissen ließ?

Alles durchaus mögliche gute Gründe und zudem ein weiterer, sich endlich wieder dem 97-Urfilm auszusetzen. Und währenddessen nochmal darüber nachdenken, was denn der wirkliche Horror von „Funny Games“ ist: Sicher nicht das Gezeigte, sondern das Konstrukt dahinter, also Horror, weil der Film die grundsätzlichsten Regeln des Erzählens verletzt:

1, die Guten gewinnen. Wenigstens überlebt einer der Guten. Wenigstens deutet die Erzählung an, dass er das Handeln der Bösen verwerflich findet.
2, dem Kind passiert unter keinem Umständen etwas
3, die Erzählung täuscht vor, Regel 1 und 2 jederzeit brechen zu können und verschleiert dadurch sein Wesen als Konstrukt

Der einzige größere Film, den ich in der letzten Zeit gesehen habe, in dem zumindestens ein Hauch der in „Funny Games“ konstruierten Verneinung aller Sicherheiten mitschwang, war „Der Nebel“. Jedenfalls in den letzten zehn Minuten des Films abzüglich der allerletzten Szene. Ansonsten gilt Regel 1-3.
Und das macht, bei allem fehlendem Gefühl, „Funny Games U.S.“ wenigstens für den Kopf immer noch zu einem schrecklich beunruhigenden Film. Auch und gerade weil ich das Wort „Konstrukt“ viel zu oft in diesen Zeilen verwendet habe.
11.11.08 14:45


Obama, kommst du mit in den Alltag?

Das ist der Moment, in dem Hollywoodfilme enden. Der unmögliche Held hat sein unmögliches Ziel geschafft.



3:35 habe ich gestern aufgehört zu schreiben. Dabei, und das wurde mir erst drei Stunden später bewusst, kam das eigentlich Wichtige danach. Davor hauptsächlich Zahlen, danach Gefühle. Und erstaunlicherweise widersprüchliche.

Zum einen McCains Abschiedsrede. Durchaus souveräner als angenommen (was ein Memo in einem Gedächtnis hervorholt, dass aus einer Zeit stammt, als McCain zum Präsidentschaftskandidaten gekürt wurde; damals gedacht, dass er von allen potentiellen und tatsächlichen republikanischen Präsidenten der letzten 30(?) Jahre möglicherweise die am wenigsten tragische Wahl gewesen wäre (Anmerkung1: Bob Dole, Anmerkung2: was nichts über das System, welches hinter dem Kandidaten steht, aussagt)). Was auffällt: Sobald der Name Obama fällt, buht das Publikum, so dass McCain energisch die Hände zu einer Beschwichtungsgeste heben muss. Die Saat ernten, nennt man das wohl. Palin an seiner Seite schweigt und spielt keine Rolle.


Obamas Rede eine Stunde später dann. Wie würde ich sie beurteilen, wenn McCain zu so etwas die Möglichkeit gehabt hätte? Hätte ich von einer „hollywoodreifen Inszenierung“ geschrieben, von vollkommen neben sich stehenden, zu keiner rationellen Entscheidung mehr fähigen Jüngern, die kritiklos zehntausende von amerikanischen Fähnchen schwenken, von der ungelenken Präsentation sämtlicher Familienangehörer des designierten Präsidenten und seines Vizes?

Vielleicht. Vielleicht zu Recht und vielleicht ist es falsch, all das bei Obamas weniger stark zu gewichten oder ihm die Verzückung der Massen als Pluspunkt anzurechnen. Anderseits: So sieht Geschichte ist. Die Ikonen der schwarzen Bürgerrechtsbewegung in Tränen, Menschen(also alle: Geschlecht, Hautfarbe, Alter etc.)Körper so vollgepumpt mit Zuversicht, dass sich die Erde in diesem Moment mit zehnfacher Lichtgeschwindigkeit um die Sonne dreht, bei allen fließt anstatt von Blut Endorphin. Dazu ein Präsident, der sagt, alle Menschen haben das Recht, so zu sein wie sie wollen (dabei ausdrücklich betont: „straight & gay“). Und dass sie dennoch Teil einer Gesellschaft sind und diese Gesellschaft vor großen Problemen steht und eigentlich noch nichts erreicht ist außer der Möglichkeit, etwas erreichen zu können.


Als McCains Name fällt, wird geklatscht. Ohne nachzudenken, ob das jetzt fair sei oder gerechtfertigt ob all der Terroristen-marxisten-fidelcastro-vergleiche. Einfach so, weil es sich so gehört. Obama muss seine Anhänger nicht daran erinnern, Respekt vor dem Gegner zu empfinden. Es wird ja viel von Stil geschrieben, wenn von Obama die Rede ist. So etwas zählt dazu. Auch eine Ernte. Er wirkt weitaus weniger gütig als Jesus und lacht seltener als der Imperator. Der ungeübte Beobachter - zwischen die Augen Streichhölzer geklemmt - würde behaupten: Obamas Mimik kann man nicht absprechen, eine leichte Arroganz auszustrahlen. Der geübte Beobachter hingegen meint: Das ist Genugtuung. Vielleicht eine bittere, nach den letzten 24 Monaten voll von Anfeindungen, gemischt sicher mit unendlicher Müdigkeit und einem Energielevel, dass nach dem permanenten Höchststand nun in minutenschnelle kollabiert.


Das ist der Moment, in dem Hollywoodfilme enden. Der unmögliche Held hat sein unmögliches Ziel geschafft. Ehemalige Feinde (siehe Joe Biden und seine Aussage, die er vor wenigen Monaten über Obama getroffen hat, McCain, Bush, Palin) umarmen ihn oder sprechen Glückwünsche aus. Eine Menschenmenge klatscht begeistert (wenn amerikanische Filme keine visuellen Ideen haben, wie sie Erfolg sichtbar machen sollen, lassen sie immer Menschen klatschen), pathetische Musik spielt, ein Hund rennt ins Bild (oder wird versprochen), der Held küsst seine Frau. Danach läuft der Abspann und im Kino geht das Licht an, weil es bar jeglicher Vorstellungskraft ist, was nach dem Triumph kommen könnte. Alltag vielleicht? Helden des Alltags gibt es nicht.

Es wäre zynisch, auf den ersten Fehler seiner Präsidentschaft zu warten und dann zu sagen: „Ich hab´s gewußt.“ Es wäre genauso zynisch zu denken, Demokratie würde funktionieren, in dem man alle vier Jahre einen Namen auf einen Stimmzettel ankreuzt und glaubt, damit wäre die Pflicht getan, die Kür bliebe nun anderen überlassen. Wenn es allerdings gelingt, nur einen Bruchteil der Wahlkampfendorphine in den Alltag zu mitzunehmen, wenn nur ein kleiner Teil der freiwilligen Helfer dauerhaft Verantwortung für die Gesellschaft, in der sie lebt, empfindet und dafür etwas tut, dann könnte dieser 4. November tatsächlich etwas ändern.


Die Reden von Obama und McCain
@ South Park
6.11.08 15:04


Durch die Nacht mit... Amerika.



3:35 Sat1: Zum Schluss die beiden Männer in den identischen Regenmäntel. Bis zum Oscar dann.

3:31 FOX: selbst .com sieht Obama vorn. Noch immer werden nicht die Wahlmannstimmen eingeblendet, sondern nur die absoluten(???) zahlen. Und da ist Obama mit 0,? Prozent vorn. das reicht mir. Langsam ausklingen lassen den abend und dann morgen in einer welt ohne feindbild erwachen.

3:31 RTL: Sieht den Gänsehautmoment. Wenn Obama vor die 5 Mrd Menschen treten, die sich mittlerweile in Chicago versammelt haben.

3:24 ARD: Der Stein, der die Mauer zum Einsturz bringt, sagt Jörg Schönenborn, ist Ohio. Und Ohio geht an Obama. Überlege, ihm zu glauben und nicht weiter hinaus ins Nichts zu tippen.

3:17 so: Mal sehen, wer in diesen sauregurkenminuten als erste mal wieder das amerikanische wahlsystem erklären wird.

3:07 ARD: vermeldet 175:76

3:02 ZDF: Texas offen. Jetzt 175 zu 40 gegen McC.

3:01 ZDF. Dem Moderatoren gehen die Superlative aus, wie überraschend die TcTc-Staaten für die Roten sind.

2:59 ZDF: Neue Zahlen. Heißt, dass die eigentlich roten Zahlen TcTc sind.

2:56 FOX: foxnews.com setzt den Zähler auf Null zurück. Vermeldet stattdessen die absoluten(???) Zahlen. Da liegt McCain 0.1 Prozent vorn. McCain also doch Präsident?

2:52 ntv: bestätigt, dass auf der "Party" in Phoenix keine aktuellen Zahlen auf den Leinwänden eingeblendet werden. Trotzdem scheinen einige Gäste Knöpfe im Ohr zu haben. Stimmung gedrückt. Nur Band zu hören.

2:50 RTL: Plötzlich 58 Stimmen für McCain. Wo kommen die hier?

2:49 FOX: foxnews lädt nicht. heute läuft alles schief.

2:45 ARD: wer ist eigentlich dieser schauspieler aus Kiel?

2:44 CNN: Bericht von Phoenix. Laut Frau schaut McCain nach Virginia, um zu sehen, wie früh die Wahl für ihn verloren geht.

2:29-2:59 Zwischen den vollen Stunden Zeit für Zapping. Wann schaltet Sat1 eigentlich zurück ins reguläre Programm?

2:28 fox: seite aktuallisiert. Jetzt 81:39 für Obama.

2:26 ntv: Schalte nach Phoenix. Dort Livemusik. Jungen singen traditionelles Liedgut. Keine Übertragung der aktuellen Zwischenstände.

2:25 FOX: auf der foxnews seite liegt McCain vorn. Mit 8:3 Stimmen.

2:18 ntv: sieht wie cnn 77 Stimmen bei Obama

2:16 ARD, ZDF: ARD sieht 102 Stimmen für Obama, ZDF 103. McCain jeweils bei -34.

2:14 RTL: sieht erste Indizien, dass Pennsylvania an Obama gehen könnte. Damit zieht Klöppel langsam mit Schönenborn gleich.

2:12 sat1: rast "step für step" durch die aktuellen zahlen. hier 77:34 für obama.

2:10 ntv: Liveschalte nach Phoenix. Mann sagt: "Die Gäste hier haben die Niederlage noch nicht anerkannt."

2:09 CNN: "McCain underperforms"

2:05 ntv: schaltet wider Erwarten nicht zur McCain-Party. Sondern nach Chicago, wo zehn Millionen Menschen, davon etwa 75 Millionen Barackanhänger schon feiern.

2:01 ARD: Pennsylvania an Obama. Schönenborn hatte 22:35 Uhr recht. Die Wahl ist entschieden.

1:59 ZDF: Die Regie meldet: Jetzt geht es los. 16 Bundesstaaten schließen.

1:57 Sat1: 16:3 für rot. McCain noch immer Präsident.

1:39 ZDF. Chatten mit Gott und die Welt. Also mit Claus Kleber.

1:24 NTV: Breaking News von der McCain Wahlparty in Phoenix. Jemand spricht! In ein Mikrophon! Vor 97 begeisterten Gästen!

1:20 SAT1: Herzlich Willkommen. Jetzt sind alle dabei.

1:18 CNN: In Amerika wird Geschichte geschrieben. Das HOLOGRAM. Funktioniert jedenfalls besser als mh uh Wahlcomputer.

1:11 SpOn: Hui. Eine Menge Informationen im Liveblog, die so nicht im TV sind. Nase vorn?

1:07 alle: McCain 8, Obama 3. Möglicherweise zum letzten Mal an diesem Abend liegt McCain vorne.

1:02 CNN: In Vermont wählen außer Konservativen und Republikanern alle Obama. "Not a Shocker" sagt sie.

1:00 CNN: Die Musik wird dramatisch. Kommen jetzt die ersten wirklichen Ergebnisse?

0:59 ZDF: Ein Beitrag erklärt das amerikanische Wahlsystem. Besser spät als nie.

0:48 NTV: Armes ntv. Schaltet immer wieder zum Hot Spot Phoenix, zur McCain Wahlparty. Niemand weiß dort, was passieren wird. Im Hintergrund läuft Elton John "I`m still standing"

0:30 ARD: Jemand bezeichnet den aktuellen amerikanischen Präsidenten als "ehrliche Haut." Überraschenderweise nicht Donnersmarck.

0:28 Comedy Central: While the country celebrates the outcome of the election, the new President-elect catches everyone off guard when he arrives at the White House prematurely. South Park - About Last Night. In etwa Stunden.

0:21 RTL: Peter Klöppel legt sich fest: Obama wird um 6:00 Uhr Präsident.

0:19 SAT1: Kein schwäbisch mehr. Noch keine Wahl. Stattdessen der Retter mit Herz.

0:17 ARD: Nicht nur, dass Clintons Frauen Obama wählen werden, sondern auch die ALTEN Frauen!

0:16 ARD: Alphanmänner, Moneyshot, politisches Schmusen: der Beitrag über die Clintons arbeitet mit starken Bildern.

0:12 RTL: Christof Lang ist der Heiner Bremer unserer Generation.

0:09 AlJazeera

0:06 ZDF: Claus Kleber eröffnet den Wettstreit zwischen Fernsehen und Internet und ist gespannt, welches Medium die Nase vorn haben wird.

0:00 CNN: Erste Polls. Breaking News. "Wirtschaft" entscheidendes Wahlthema. Breaking News.

23:59 RTL: Willkommen im Klub.

23:58 ZDF: für die Welt "Fest der Demokratie", für McCain "Fest in Moll?"

23:57 ARD: Donnersmarcks entmutet. Frisur (Haar+Gel-Haarreifen) befremdet.

23:54 ZDF. Kerner weg. Lanz zum Glück nicht als Ersatz eingeplant.

23:53 Sat1: Plötzlich Schwäbisch. In Addis Abeba.

23:47 CNN meldet Castros Unterstützung für Obama. Das Wort "Robocall" gelernt.

23:46 ZDF: Claus Kleber legt sich fest: Obama wird um 2:00 Uhr Präsident.

23:.. Lehrgeld bezahlt. Nicht zum Multitasking fähig. Während des Telefonats deshalb Henckel-Donnersmarck gemutet. Vielleicht besser so.

23:01 SpOn: 21. Eilmeldung des Tages. Hannoverbusunglück vedrdängt Wahl von Topposition.

22:59 ARD: Die ARD gibt ihre Experten bekannt: Otto Schilly und Florian Henckel von Donnersmarck.

22:42 Am Telefon: "Ab morgen kann Obama nur noch verlieren."

22:35 ARD: Jörg Schönenborn legt sich fest: Obama wird um 3:00 Uhr Präsident.

22:29 ARD: "Solidarität der Minderheiten"?

22:.. So. Als Erinnerung für drei Uhr Morgens möglicherweise relevante Links:

Wann passiert was? (Wahrscheinlich)
Fahrplan 2
Warum Bush böse und doch nicht niedlich war
Liveblog
Liveblog

Beginnt. Amerikanischer Tag heute schon mit der Daily Show und Subways. Bin nicht zu Hause. Schaue mit Laptop und schreibe. Hoffentlich in Teilen sinnvoll.
4.11.08 22:35


Besser als Verbluten.



Nach drei Tagen bestellte ich John und Barack zu mir.
„Jungs, ich habe eine Entscheidung getroffen.“
Die beiden sahen mich gespannt an.
„Es ist das Beste für alle, wenn George Bush in seine dritte Amtszeit geht.“

Ich sagte ihnen: Für die Demokraten ist es das Beste, weil sie dann weiter eine Ausrede hätten, politisch so wenig verändern zu können. Für die europäischen Regierungen ist es das Beste, weil ihre Politik gegenüber der Politik des amerikanischen Präsidenten geradezu weise und menschlich wirke. Für die Terroristen ist es das Beste, weil nur George Bushs Politik ihren Organisationen weiter Zulauf beschert. Für die Bürgerrechtler ist es das Beste, weil sie sonst nichts mehr zu tun haben. Für die amerikanischen Rockmusiker ist es das Beste, weil sie sonst nicht mehr wissen, wogegen sie singen sollen

„Die ganze Welt lebt davon, dass George Bush Präsident ist. Das ist wie ein Messer im Oberschenkel, das man nicht rausziehen darf, weil man sonst verblutet.“


Auf der Couch mit John und Barack
31.10.08 10:13


Lesen.



Zur Abwechslung eine Auswahl von Büchern, die ich letztens las. Oder auch nicht.

Rocko Schamoni. Sternstunden der Bedeutungslosigkeit.

Mit dem besten Gewissen nach etwa 30 Seiten abgebrochen. Selten so viele belanglose Gedanken gelesen, die in pseudolakonische Sätze verpackt waren. Auch wenn ich es mit dieser Einstellung niemals zum Literaturressortredakteur der INTRO bringen werde behaupte ich: Titel passt. Und Humor ist nicht, nur weil Heinz Strunk in der gleichen Stadt wohnt.

James Robertson. Der Teufel und der Kirchenmann.

Ein Pfarrer trifft den Teufel, wird als verrückt erklärt und verschwindet dann spurlos. Diese Grundidee, in Großbuchstaben auf den Umschlag getackert haben mir gereicht. Und mir danach zwei große Enttäuschungen beschert. Zum einen: mich. Da ich es im Gegensatz zu Schamoni nicht geschafft habe, im richtigen Moment die Reißleine zu ziehen, sondern Seite um Seite weiter die Zeilen überflogen habe in der Erwartungshaltung: Wenn diese Geschichte so einen kolossalen Anlauf nimmt, um endlich auf den Punkt zu kommen, wird dieser Punkt schon unglaublich großartig werden. Stattdessen, so etwa fünf Seiten vor den Danksagungen dann das titelgebende Treffen zwischen den Protagonisten, das keinerlei Erkenntnisse, Überraschungen oder Folgen für die Geschichte mit sich brachte. Und da zweitens, der Weg bis zur zerplatzen Seifenblase die Beschreibung eines unglaublich trivialen und langweilen Lebens war (und ich die Vermutung habe, dass der Autor auch niemals zu mehr im Stande sein wird, als trivial und langweilig zu schreiben) bleibt die Erkenntnis: Bücher mit guten Grundideen kommen besser schnell zur Sache.

Robert J. Sawyer. Flashforward.

Wie dieses hier. Nach einem Experiment des CERN-Institutes wird die gesamte Menschheit für zwei Minuten zwanzig Jahre in die Zukunft versetzt. Und dann zurück in die Gegenwart. Das ist der Stoff, aus dem die Nachfolgeserien von LOST gemacht werden (siehe auch die Stichwörter: Sawyer, Flashforward) und mich in zwei Tagen durch 400 Seiten bringen. Großartiges Gedankenspiel, mit zukünftigen Mordfall, Liebe und jede Menge theoretischer Paradoxien, die Doc Brown die Haare zu Berge stehen lassen würden. Leider entscheidet sich Shaw am Ende für den üblichen verquarkten Quantenphysikneutriontechniksprech und scheut sich auch nicht davor, eine religiöse Allegorie einzubauen, die das bis dahin geerdete Szenario in windige Sphären bringt, die weit außerhalb meines Vorstellungsvermögen liegen.

Stieg Larsson. Verdammis.

Ich habe auch einen Larsson gelesen, ich glaub, den aus der Mitte, weil ...`s Twitter quasi nur aus sich überschlagenden Liebesbekundungen für dieses Buch bestanden hatte. Stieg ich also ein in eine Geschichte, die sich vornehmlich um ein literaturgewordenes Cyberpunkgirlierolemodel drehte, von denen es auf myspace möglicherweise tausende gibt. Ansonsten ein Krimifall, Serienmörderei, Menschenhandel und investigative Ermittlungen eines Journalisten, der offensichtlich im ersten Teil Hauptfigur war. Nicht unspannend, aber sehr unspektakulär, fast schon banal einfach geschrieben mit einem leicht sadistischem Hang, vornehmlich jüngeren Frau Demütigendes widerfahren zu lassen. Aber immer schön, wenn man sich einem Hype widersetzen und behaupten kann: Letztlich Ware von der Stange. Bis zur letzten Seite gelesen hab ich aber trotzdem.

Wolfgang Herrndorf. In Plüschgewittern.

Weder wusste ich etwas über Autoren noch Buch, als ich mich für dieses Buch entschied. Es war der Titel, der mich ansprach. Nicht nur ein „Plüschgewitter“. Sondern In! Mehreren! Und bald stellte ich fest: Ein klassisches Stück Popliteratur mit einem selbstzerstörisch veranlagten Helden, der alles, die Umwelt und vor allem sich permanent anzweifelt, getrieben von einer geradezu arroganten Hybris, alles mit Werten zu bemessen, die zwischen 1997 und 1998 mal angesagt waren. Quasi eine Art romangewordenes „Tristesse Royale“, das natürlich kein gutes Ende nehmen kann. Weil ja weder Holden Caulfield noch Dana Bönischs Puck überlebt haben. Warum also dieses namenlose Alter Ego? Etliche Sätze dabei, die man gerne selbst geschrieben und dann an einem trägen Sonntagnachmittag aus dem Fenster hinaus auf die Straße zu den kinderwagenschiebenden Kleinfamilien geschrieen hätte.

T. C. Boyle. Wassermusik.

Ich nehme alles zurück, was ich letztens hier auf diesen Seiten Schlechtes über T.C. verfasst habe. Weil er für ein „Wassermusik“ gerne zehn „Talk Talk“s schreiben kann. So virtuos bringt er vollkommen gegensätzliche Erzählstränge zusammen, erweckt dabei die dreckverschmierten, moskitozerstochenen Figuren derart plastisch zum Leben, traut sich die unmöglichsten aller möglichen Wendungen zu nehmen, dass -wie komm ich jetzt aus diesem Satz raus? Vielleicht mit einer Aufzählung von Adjektiven: „Wassermusik“ ist wahnsinnig, bizarr, lehrreich, lebendig, ungeheuer witzig, tragisch und entwirft sicher das realistischere Afrikabild als zum Beispiel „Far Cry 2“


Michael Chabon. Die Vereinigung jiddischer Polizisten.

Zum Schluss das Buch, das allem und jedem und ganz besonders diesem Jahr die Krone aufsetzt. Beginnt im Paralleluniversum (statt Israel zu gründen, wird ein jüdischer Staat in Alaska geschaffen), verwandelt sich in eine Mordgeschichte im Stil von Chandler und ist letztlich der Kampf eines Manns um die Liebe einer Frau, um das Überleben seines Volks und ein Plädoyer für Schach. Chabon mischt hier mindestens drei einander vollkommen fremde Genres gekonnt zusammen. Mit einer derartigen Sprachgewalt, mit gewagten Metaphern, für die ihn jeder Literaturwissenschaftler steinigen würde, mit Bildern und Vergleichen, Situationsbeschreibungen, die unmöglich scheinen, aber letztlich den unglaublichen Reiz dieser verzwickten Geschichte ausmachen. Ein gebrochener wortkarger Antiheld, der nur in einem scheitert: Siehe Seite 196.
30.10.08 17:04


Kinokontent.




Mal wieder etwas Kontent auf dieser seit Monaten kontentlosen Seite. Diesmal ausgewählte Filme, die ich im letzten halben Jahr sah und nun glaube, etwas darüber schreiben zu müssen.


The Happening

Im Prinzip hatte mich Shyamalan schon mit dem Trailer. Eine Suicideseuche erfaßt die Menschheit und ändert alles! Eine dieser Geschichte nicht unähnliche Idee hatte ich vor einigen Jahren schon für eine kurze Erzählung verwendet. Shyamalan und ich, das alte Dreamteam. Dann aber doch in größeren Teilen ziemlich unterirdische Grütze. Verschiedene Gründe konnte ich dafür ausmachen. Platz Eins, wie fast immer, Mark Wahlberg. War sein Bruder in „Sixth Sense“ noch der Auslöser für DAS Filmeende aller Filmenden, verfügt Marky Mark leider nur über das mimische Ausdrucksvermögen einer tiefsitzenden Unterhose. Weder trägt er die Rolle eines (Kreatonisten?)Lehrers noch die eines Anführers und schon gar nicht ist er ein Liebender. Was zur Folge hat, dass seine Geschichte mir von Anfang an nicht nur egal ist, sondern auch im höchsten Maße peinlich. Und da dies die einzige Geschichte des Films ist, hat der Film ein Problem. Leider möchte man sagen, denn denkt man sich Mark Wahlberg, die Mehrzahl der anderen Darsteller und all die Logikfehler weg, bleibt ein ziemlich guter Film übrig, der kongenial die Stimmung transportiert, über die Tocotronic in „Die neue Seltsamkeit“ einst sangen.

The Dark Knight

Bale und Nolan und Nolan, auch so ein Dreamteam. Weniger vom eher belanglosen ersten Batmanfilm der fünften Generation, als vielmehr von „The Prestige“. Gezaubert wird hier auch. Was an erster Stelle an und überhaupt nicht überraschenderweise am Momentum des Jokers liegt. Das Momentum des Joker ist Anarchie und die absolute Abkehr von vertrauten Regeln. Die Negation des Systems, in keiner Sekunde greifbar und genau deshalb das, was Baudrillard Ereignis nennt. So angehalten war mein Atem lange nicht mehr im Kinosaal, quasi jedesmal, wenn die Jokerzunge aus dessen Mund schoss. Alle restlichen Figuren und Erzählstränge sind in diesem Zusammenhang durchaus als Beiwerk zu verstehen. Auch wenn am Ende „The Dark Knight“ vielleicht eine Episode zu lang war, die Wandlung von Harvey Dent zu Two Face nicht in allen Belangen nachvollziehbar bleibt und die Wiederaufstehung Jim Gordons pathetisch und zu sehr in den typischen Mustern verhaftet war, bleibt jetzt der Film, der sich mit Hulk nicht nur um die Krone der besten Comicadaption schlagen wird.


Der Baader-Meinhof-Komplex

Seitdem Bernhardt Eichinger zum Guido Knopp der Cineasten mutiert ist, nimmt er sich all der Themen an, die für das zweiteilige historische TV-Event zu abgründig sind. In diesem Fall durchaus mitreißend, weil die gefühlte Zeit im Kino sehr kurz war. Mal eben so fünfzehn Jahre deutsche Geschichte rasieren und dabei jede Nebenrolle mit bekannten Gesichtern besetzen. Respekt für diese Chuzpe und auch für den Anfang, die überaus wirkungsvolle Inszenierung einer Demonstration. Von da an waren die Sympathien klar verteilt und bleiben es auch fast bis hin zum Ende. Klar auch, dass die Personen durch die Geschichte gejagt werden, ohne dass ich, der Zuschauer, auch nur den Hauch einer Chance habe, sie in die Geschichte einzuordnen. Also nehme ich nur Momente mit: Ensslins Lidschatten, Hitlers Rasterfahndung, Stefans Aust Brille, Peter-Jürgen Boocks Milchgesicht, Gedeck, die als einzige im Film spielt, während alle anderen sind, Horst Mahler als Taschendieb und natürlich Moritz Bleibtreu als Moritz Bleibtreu. Auch wenn das in dieser verkürzten Form lakonischer klingt, als ich mich unterhalten und durchaus effektvoll stimuliert nach dem Kino gefühlt habe.

Wolke 9

Auch hier fällt es schwer lakonisch zu schreiben, weil die Filme von Dresen natürlich alles andere als das sind. Allerdings war ich in der ersten Hälfte von „Wolke Neun“ schon dankbar für jede Szene, in der die Darsteller bekleidet waren. Durch diese konzentrierte Darstellung wurde Alterssexualität ein Thema quer durch eine journalistischen Instanzen der Republik, von der ZEIT bis hin zum LAURA-Expertentalk: Ist körperliche Liebe im Alter okay? Ist okay, schön wäre es jedoch auch, daneben noch die Fallhöhe der Helden in etwa ermessen zu können. Klingt komplizierter, als ich das eventuell meine und will damit sagen, was ich während des Films dachte: „Na und?“ und „Geht sie eben fremd und verlässt ihren Mann“. Macht ja nichts. Am Ende allerdings doch und ich frage mich, warum ich das, im Gegensatz zu „Halbe Treppe“ oder auch „Willenbrock“ eher auf die leichte Schulter nehme.

Tropic Thunder

In den ersten zwei Minuten habe ich etwa so laut gelacht wie zum letzten Mal bei „Die nackte Kanone 33 1/3“. Und das war meine erste Komödie im Multiplex und ist gute 25 Jahre her. Die gefälschten Trailer a, als Einführung der Figuren zu nehmen, b, als punktgenaue Parodie auf herrschende Hollywoodverhältnisse zu inszenieren und c, den Ton des Trailers so gut zu treffen, dass ich, der Zuschauer, mindestens zwei dieser Filme gerne sehen würde, ist große Kunst. Danach bleibt auch Kunst, aber noch mehr Kalauer, was ich elitärerweise auf die Synchro schiebe, die dankbar jedes Fuck mit Scheiße, Arsch, Wichsgesicht übersetzt. Schade, da einige von Stillers Ideen ziemlich spektakulär waren und ich die gern ohne Fäkalsprache goutiert hätte. Aber vielleicht war das dann doch das falsche Genre dafür.


Der Nebel

Tu Gutes und rede darüber. Leider hätte Regisseur Darabont nach dieser Stephen-King-Adaption schweigen soll. Dabei hatte ich durchaus viel Positives gehört.Ein Film, der anstatt von Schockeffekten die Psychologie der Figuren in den Mittelpunkt der Geschichte stellt! Der Mensch als das wahre Monster! Und ein vollkommen nihilistisches Filmende! Letzteres stimmt. Harter Tobak. Andererseits auch getrübt von der logischen Überlegung, die unmittelbar nach der Apokalypse einsetzt. Schade. Wie auch der Rest des Films. Eher so lauer zwischenmenschlicher Horror, der auch so im BigBrotherHaus passieren könnte, wäre das BigBrotherHaus im örtlichen Lidlmarkt und die Insassen hätten Flinten zur Verfügung. Wenig Sinn macht es allerdings, in einem Kinofilm CGI-Effekte zu verwenden, die uns damals in den Zwischensequenzen von Zak McKracken beeindruckt haben.
18.10.08 10:09


Was so anfällt.



Musik gehört die letzten Wochen. Zum Beispiel die überwältigenden September Malevolence. Oder God is an astronaut. Und nach Jahren wiederentdeckt: Vortex Surfer von Motorpsycho. Mag auch (im Gegensatz zu Meine Freunde vs. Die Objektivität.) das Neue von dieser Dresdner Band.

Vorfreude auf The Curious Case of Benjamin Button von David Fincher. Weil das Buch großartig war. Bis ich gemerkt habe: Las nicht das Original von F. Scott Fitzgerald, sondern Andrew Sean Greers Update „Die erstaunliche Geschichte des Max Tivoli“. Erstaunlich, wunderbar, unvergesslich sagt die NYTimes dazu.

Die gebrochenen Beine von Usain Bolt heißen Günther Beckstein: Auf jeden Sieger zehn Verlierer

Und zweimal in eigener Sache. Zum einen Wortlaut 08 von fm4. Da erscheint zum diesjährigen Wettbewerb ein Buch. Und dort ist ein Text von mir dabei.

Zum Schluß der fast schon obligatorische Verweis auf die TV Tipps vom Herzrasenmagazin.
3.10.08 11:59


Audrey. Six Yields.



Well nothing is real until it’s lost
15.9.08 18:27


Amerika. Von Alaska aus.



Einer meiner größten WTF-Momente in den letzten Jahren waren die ersten Minuten von Michael Moores "Fahrenheit 9/11". Nicht des Filmes waren (eher überhaupt nicht so), sondern weil dort Archivmaterial von 2000 gezeigt wird. Konfetti auf den jubelnden Al Gore, ein Off-Sprecher, der vom neuen amerikanischen Präsidenten spricht. Das war, vier Jahre und mit dem gesamten Wissen darum, was geschah, wie ein Blick zurück in eine andere Welt. Meine erste Parallelwelterfahrung quasi. Nicht dass Al Gore der weiße Ritter gewesen wäre, als der er heute gilt. Da schlag ich mich lieber auf die Seite von "South Park" und werfe das Wort "ManBearPig " in den Raum. Wie auch immer. Die Welt und so pathetisch das klingen mag, wäre eine andere geworden und es wäre wahrscheinlich, dass sie ein kleines bisschen mehr Zuversicht geben würde.

Kam aber anders, auch 2004 und wird 2008 durchaus wieder geschehen können. Wieder gibt es einen Ritter und wieder gibt es das personifizierte Evil. Weil John McCain irgendwie zu alt ist und zu lange in Kriegsgefangenschaft war und auch relativ wenig mit der heutigen 2.0 Gesellschaft zu tun hat, ist Sarah Palin Bush 2.0. Jedenfalls man sich so durchs Netz liest. Oder auch in gedruckt. Allerdings unternimmt sie keinerlei Versuche, irgendetwas anderes abzugeben als eine Art modifizierte Version von Bree Van De Kamp aus den „Desperate Housewives“ darstellen. Alle wichtigen Reizwörter, die aus schon dem Reflex heraus eine Meinungsbildung verursachen - NRA, Abtreibung, Kreatonismus, der Wille Gottes in allen Varianten – besetzt sie mit den konservativsten aller Positionen. Was wahlkampftaktisch durchaus Sinn macht.

Weshalb sie nun werden wird, was sie schon längst ist, liegt möglicherweise daran, dass sie in wichtigen Punkten wie eine noch modernere Variante Barack Obamas wirkt und damit alle die Häkchen dort setzt, wo sie von 2.0 längst bei Obama und den Demokraten gesetzt waren - jung (Haken), unverbraucht (Haken) und - mit dem Stinkefinger zu Hillary Clinton – Frau (Haken). Gleichzeitig links und rechts überholen und am Ende lacht da Venom als Hockeymum verkleidet in der Kameras der Fox-News.

Wenn McCain 2013 noch Präsident ist, wird er der älteste Mensch auf der Erde sein. Saran Palin ist dann so jung wie Obama heute. Die Zukunft hat also längst begonnen, was unpathetischer klingt, als es denn sollte und nach der Logik der 00er Jahre zwingend erscheint. Dazu noch drei Hinweise:

Saran Palin is „the kind of woman who [...] achieves her power by doing everything modern women believed they did not have to do: presenting herself as maternal and sexual, sucking up to men, evincing an absolute lack of native ambition, instead emphasizing her luck as the recipient of strong male support and approval.“ - Zombie Feminist.

The Deleuze-Marvin Spectrum; or, hail President McCain! - Warum McCain gewinnen wird.

Wahlkampfblog - Amerika wählt.
12.9.08 13:46


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