Alternativen zur Kapitulation

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Kinokontent.




Mal wieder etwas Kontent auf dieser seit Monaten kontentlosen Seite. Diesmal ausgewählte Filme, die ich im letzten halben Jahr sah und nun glaube, etwas darüber schreiben zu müssen.


The Happening

Im Prinzip hatte mich Shyamalan schon mit dem Trailer. Eine Suicideseuche erfaßt die Menschheit und ändert alles! Eine dieser Geschichte nicht unähnliche Idee hatte ich vor einigen Jahren schon für eine kurze Erzählung verwendet. Shyamalan und ich, das alte Dreamteam. Dann aber doch in größeren Teilen ziemlich unterirdische Grütze. Verschiedene Gründe konnte ich dafür ausmachen. Platz Eins, wie fast immer, Mark Wahlberg. War sein Bruder in „Sixth Sense“ noch der Auslöser für DAS Filmeende aller Filmenden, verfügt Marky Mark leider nur über das mimische Ausdrucksvermögen einer tiefsitzenden Unterhose. Weder trägt er die Rolle eines (Kreatonisten?)Lehrers noch die eines Anführers und schon gar nicht ist er ein Liebender. Was zur Folge hat, dass seine Geschichte mir von Anfang an nicht nur egal ist, sondern auch im höchsten Maße peinlich. Und da dies die einzige Geschichte des Films ist, hat der Film ein Problem. Leider möchte man sagen, denn denkt man sich Mark Wahlberg, die Mehrzahl der anderen Darsteller und all die Logikfehler weg, bleibt ein ziemlich guter Film übrig, der kongenial die Stimmung transportiert, über die Tocotronic in „Die neue Seltsamkeit“ einst sangen.

The Dark Knight

Bale und Nolan und Nolan, auch so ein Dreamteam. Weniger vom eher belanglosen ersten Batmanfilm der fünften Generation, als vielmehr von „The Prestige“. Gezaubert wird hier auch. Was an erster Stelle an und überhaupt nicht überraschenderweise am Momentum des Jokers liegt. Das Momentum des Joker ist Anarchie und die absolute Abkehr von vertrauten Regeln. Die Negation des Systems, in keiner Sekunde greifbar und genau deshalb das, was Baudrillard Ereignis nennt. So angehalten war mein Atem lange nicht mehr im Kinosaal, quasi jedesmal, wenn die Jokerzunge aus dessen Mund schoss. Alle restlichen Figuren und Erzählstränge sind in diesem Zusammenhang durchaus als Beiwerk zu verstehen. Auch wenn am Ende „The Dark Knight“ vielleicht eine Episode zu lang war, die Wandlung von Harvey Dent zu Two Face nicht in allen Belangen nachvollziehbar bleibt und die Wiederaufstehung Jim Gordons pathetisch und zu sehr in den typischen Mustern verhaftet war, bleibt jetzt der Film, der sich mit Hulk nicht nur um die Krone der besten Comicadaption schlagen wird.


Der Baader-Meinhof-Komplex

Seitdem Bernhardt Eichinger zum Guido Knopp der Cineasten mutiert ist, nimmt er sich all der Themen an, die für das zweiteilige historische TV-Event zu abgründig sind. In diesem Fall durchaus mitreißend, weil die gefühlte Zeit im Kino sehr kurz war. Mal eben so fünfzehn Jahre deutsche Geschichte rasieren und dabei jede Nebenrolle mit bekannten Gesichtern besetzen. Respekt für diese Chuzpe und auch für den Anfang, die überaus wirkungsvolle Inszenierung einer Demonstration. Von da an waren die Sympathien klar verteilt und bleiben es auch fast bis hin zum Ende. Klar auch, dass die Personen durch die Geschichte gejagt werden, ohne dass ich, der Zuschauer, auch nur den Hauch einer Chance habe, sie in die Geschichte einzuordnen. Also nehme ich nur Momente mit: Ensslins Lidschatten, Hitlers Rasterfahndung, Stefans Aust Brille, Peter-Jürgen Boocks Milchgesicht, Gedeck, die als einzige im Film spielt, während alle anderen sind, Horst Mahler als Taschendieb und natürlich Moritz Bleibtreu als Moritz Bleibtreu. Auch wenn das in dieser verkürzten Form lakonischer klingt, als ich mich unterhalten und durchaus effektvoll stimuliert nach dem Kino gefühlt habe.

Wolke 9

Auch hier fällt es schwer lakonisch zu schreiben, weil die Filme von Dresen natürlich alles andere als das sind. Allerdings war ich in der ersten Hälfte von „Wolke Neun“ schon dankbar für jede Szene, in der die Darsteller bekleidet waren. Durch diese konzentrierte Darstellung wurde Alterssexualität ein Thema quer durch eine journalistischen Instanzen der Republik, von der ZEIT bis hin zum LAURA-Expertentalk: Ist körperliche Liebe im Alter okay? Ist okay, schön wäre es jedoch auch, daneben noch die Fallhöhe der Helden in etwa ermessen zu können. Klingt komplizierter, als ich das eventuell meine und will damit sagen, was ich während des Films dachte: „Na und?“ und „Geht sie eben fremd und verlässt ihren Mann“. Macht ja nichts. Am Ende allerdings doch und ich frage mich, warum ich das, im Gegensatz zu „Halbe Treppe“ oder auch „Willenbrock“ eher auf die leichte Schulter nehme.

Tropic Thunder

In den ersten zwei Minuten habe ich etwa so laut gelacht wie zum letzten Mal bei „Die nackte Kanone 33 1/3“. Und das war meine erste Komödie im Multiplex und ist gute 25 Jahre her. Die gefälschten Trailer a, als Einführung der Figuren zu nehmen, b, als punktgenaue Parodie auf herrschende Hollywoodverhältnisse zu inszenieren und c, den Ton des Trailers so gut zu treffen, dass ich, der Zuschauer, mindestens zwei dieser Filme gerne sehen würde, ist große Kunst. Danach bleibt auch Kunst, aber noch mehr Kalauer, was ich elitärerweise auf die Synchro schiebe, die dankbar jedes Fuck mit Scheiße, Arsch, Wichsgesicht übersetzt. Schade, da einige von Stillers Ideen ziemlich spektakulär waren und ich die gern ohne Fäkalsprache goutiert hätte. Aber vielleicht war das dann doch das falsche Genre dafür.


Der Nebel

Tu Gutes und rede darüber. Leider hätte Regisseur Darabont nach dieser Stephen-King-Adaption schweigen soll. Dabei hatte ich durchaus viel Positives gehört.Ein Film, der anstatt von Schockeffekten die Psychologie der Figuren in den Mittelpunkt der Geschichte stellt! Der Mensch als das wahre Monster! Und ein vollkommen nihilistisches Filmende! Letzteres stimmt. Harter Tobak. Andererseits auch getrübt von der logischen Überlegung, die unmittelbar nach der Apokalypse einsetzt. Schade. Wie auch der Rest des Films. Eher so lauer zwischenmenschlicher Horror, der auch so im BigBrotherHaus passieren könnte, wäre das BigBrotherHaus im örtlichen Lidlmarkt und die Insassen hätten Flinten zur Verfügung. Wenig Sinn macht es allerdings, in einem Kinofilm CGI-Effekte zu verwenden, die uns damals in den Zwischensequenzen von Zak McKracken beeindruckt haben.
18.10.08 10:09
 



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